von August 20, 2013 0 Kommentare Mehr →

Wie eine kleine private Initiative dem Nahverkehr in Detroit hilft – die Detroit Bus Company

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Not macht erfinderisch – und kann auch Freiheiten geben, die man in geordneten Verhältnissen nicht hat. Das zeigt sich immer wieder in der verfallenden Metropole Detroit. Sechs Jahre lang hatten Investoren und die Stadt über den Ausbau einer Straßenbahnlinie namens M-1 von der Innenstadt in die Vorstädte diskutiert. Sie sollte die sterbende Stadt wiederbeleben, weil so die Arbeitskräfte aus den Vororten unkompliziert in die City kommen konnten. Im Januar 2012, schon vor der offiziellen Insolvenz der US-amerikanischen Millionenstadt, wurden die Pläne verworfen. Viele Detroiter hatten sehr auf diese Verbindung gehofft.

Bunter Bus der Detroit Bus Company

Foto: Detroit Bus Company

Sechs Monate später gründete der 25jährige Detroiter Andy Didorosi die Detroit Bus Company. Er sah es positiv: In Städten mit ausgebautem Nahverkehr muss man sich dessen Regeln anpassen – hier konnte er selbst gestalten. Es gibt zwar ein städtisches Busnetzwerk, dessen Budget aber ständig gekürzt wird – das heißt, es gib wenige Strecken, lange Wartezeiten und auch häufige Busausfälle. Im Einzugsgebiet gibt es 700 000 Einwohner – für viele ist es ein fast unlösbares Problem, von ihrer Wohnung zu einem Arbeitsplatz zu kommen, der weiter entfernt ist.

Zunächst wollten Didorosi und seine Mitarbeiter nur mit einem kleinen Projekt vorführen, dass es funktionieren kann und dass städtische Mittel dafür sinnvoll eingesetzt sind. Der unkonventionelle Busservice mit den bunten, Biodiesel betrieben Fahrzeugen und dem modernen, alternativen und in der Stadt verwurzelten, sozial engagierten Image fand aber regen Anklang: Sie wurden für alle möglichen Transportprobleme engagiert und entwickelten innovative Methoden, die Busse effektiv einzusetzen. So boten sie eine Bustracker-App an, über die man sich erkundigen konnte, wo sich die Busse aktuell aufhalten. Diese wurden kurz danach von der Städtischen Busfirma DDOT „nachempfunden“. Hier sieht Didorosi auch die Stärke seiner Firma: Er will nicht den städtischen Nahverkehr übernehmen, denn dieser sei eine öffentliche Angelegenheit und nicht die einer Privatfirma. Aber sie können innovative Technologien entwickeln, diesen öffentlichen Nahverkehr mit Bussen effektiver zu gestalten.

Website Detroit Bus Company

The Detroit Bus Company from Dark Rye on Vimeo.

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