von September 4, 2014 0 Kommentare Mehr →

Fotos: Besuch auf dem Projektfeld 2000qm

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2000 m² sind ein Symbol: Sie sind der Ackerboden, der jedem der 7 Milliarden Menschen auf der Welt theoretisch zustünde, wenn man die landwirtschaftlich genutzten Fläche der Erde – 1,4 Milliarden Hektar – unter ihnen verteilen würde. Das war der Anlass für ein Projekt, in dem man mit dieser Idee spielt und auf die Probleme hinweist, die in unserer aktuellen Landwirtschaft bestehen.

Gefördert wird das Projekt von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft, deren umtriebiger und engagierter Mitarbeiter, der Journalist und Aktivist Benedikt Haerlin, das Ganze auch initierte. Derzeit sind ca. zehn Leute auf und um den Acker bei Gatow im Süden des Berliner Bezirks Spandau. Im ersten Jahr wurden exemplarisch verschiedene Kulturpflanzen aus aller Welt angebaut, von in hiesigen Breitengraden gängigen wie Sonnenblumen und Brennnesseln (als Faserlieferant) über weniger übliche wie Hirse oder traditionelle, deren Anbau im Zuge der Industrialisierung der Landwirtschaft aufgegeben worden war wie Linsen, über exotische wie Amarand, Soja oder Baumwolle.

Artenvielfalt ist wichtig: So wachsen zwischendurch Malven und anderer nicht gesäte Pflanzen, die Schmetterlingen, Bienen oder anderen Tieren gefallen. Das Ökosystem soll heil bleiben, wofür man auch klassische Schädlinge in Kauf nimmt, ebenso wie krumme und schiefe Früchte und Obst, die natürlich nicht weggeworfen werden.

Da keine/r der Mitarbeiter/innen Profi-Landwirt/in ist, bekommen sie Beratung von dem Bauern, der ihnen auch das Land verpachtet hat. Dieser Bauer ist auch kein ganz gewöhnlicher, sondern Ökobauer Christian Heymann, der die solidarische Landwirtschaft SpeiseGut betreibt. Natürlich läuft auch auf dem Weltacker alles ohne Pestizide, Kunstdünger und mit gentechnikfreiem und nicht hybridem Saatgut.

Für ungewöhnliche Anbaumethoden wie die traditionelle mexikanische Milpa, bei der Kürbisse, Mais und Bohnen auf einem Feld gezogen werden und dort eine Symbiose eingehen wurden einheimische Expert/innen herangezogen. Bei Saat, Ernte und Pflege helfen auch einmal Schüler/innengruppen, die sich das Feld im Rahmen ihres Unterrichts anschauen.

Mehr Informationen zum 2000m²-Weltacker-Projekt findet ihr auf deren Website – hier findet man auch einen Blog zum Berliner Acker. Besuchen kann man ihn auch: Er befindet sich am Kladower Damm 57, 14089 Berlin. Vom S+U-Bahnhof ‘Rathaus Spandau’ fährt mit dem Bus 134 Richtung ‘Kladow, Hottengrund’, steigt an der Haltestelle ‘Am Graben’ aus, geht in Fahrtrichtung über die Straße und ein wenig den Landweg hinein.

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