von August 22, 2013 0 Kommentare Mehr →

Fairphone: Ohne Ausbeutung und Umweltverschmutzung produzierte Smartphones

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Es ist allen, die es wissen wollen bekannt, dass an unseren geliebten Computern und Smartphones Blut klebt und sie unter übelsten Arbeitsbedingungen hergestellt werden. Der Film Blood in the Mobile machte 2010 auf die Bedingungen aufmerksam, unter den das notwendige Coltan im Kongo gewonnen wird. Immer wieder liest man Medienberichte über die unfasslichen Arbeitsbedingungen in den Fabriken von Apple & Co. in Asien. Vielen Käufer/innen ist das jedoch egal, und selbst die, die es stört, verdrängen es, weil sie keine Alternativen sehen. Sie pilgern regelmäßig zu den kultartig verehrten Apple-Stores, wenn ein neues iPhone auf dem Markt ist, ebenso bei anderen Marken, sobald sie neue tolle Features anbieten.

Fairphone

Eine Gruppe niederländischer Studierender und Designer/innen wollte hier nicht mehr mitmachen. In der durch öffentliche Gelder finanzierten niederländischen Stiftung Waag Society arbeiten 50 Mitarbeiter/innen an neuen Technologien, die auch für die Menschen, die die Bestanteile herstellen und zusammenfügen faire Bedingungen garantieren. Sie haben sich als Ziel gesetzt, eine Alternative zu Smartphones auf den Markt zu bringen – ohne Ausbeutung und ohne Umweltverschmutzung.

Seit 2009 arbeiteten sie an Möglichkeiten, ein faires Smartphone zu produzieren. Im Januar 2013 wurde das soziale Unternehmen Fairphone mit sieben Mitarbeiter/innen gegründet, und das erste Modell soll demnächst marktreif sein. Dabei kaufen sie bestehende Technik ein, achten aber darauf, dass die Bestanteile aus überprüfbaren, den gesetzten Sandards entsprechenden Quellen stammen. Sie reisten sogar selbst in den Kongo, um mit den Arbeitern zu sprechen und ihr Vertrauen zu gewinnen, und eine Fabrik in China, die schon auf faire Standards setzt, um sie alt Partner zu gewinnen. Dabei prüfen sie die Bedingungen selbst, um Diskrepanzen zwischen Angaben und Realität möglichst auszuschließen.

Im September soll das Fairphone auf den Markt kommen – versprochen werden alle gängigen Features, auch wenn man vielleicht auf die aktuellsten High-End-Funktionen verzichten muss. Bestellungen werden bereits angenommen – von den 20 000 zunächst produzierten Fairphones sind schon 66% vorbestellt. Noch ist es nicht möglich, absolut faire Smartphones zu produzieren, aber es geht auch darum, Denkanstöße zu liefern – sowohl der Industrie als auch den Verbraucher/innen.

Website von Fairphone
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